Vorträge und Veranstaltungen

 

Veranstaltungen Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V.

Zweites Halbjahr 2017

1. Vorträge:

Dienstag, 12. September 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Dr. des. Michael Müller / Hanau: "Der Untergang des römischen Limes zwischen Main und Rhein“

Der Obergermanisch-Raetische Limes auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen wurde seit dem Beginn des 2. Jh. n. Chr. gebaut. In unserer Region reichte er vom Main bei Großkrotzenburg bis zur Saalburg im Taunus. Seine Aufgabe um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. ist ein bedeutender historischer Einschnitt, der bis heute nicht vollständig erklärt werden kann. Frühere Forscher nahmen einseitig kriegerische Ereignisse oder den „Alamannensturm“ als Ursache an. Neuere Grabungsergebnisse zeigen aber vielerorts, dass die Römer das Grenzland rechts des Rheins anscheinend allmählich aufgaben und die Bewohner sich selbst überließen.Eine ganze Reihe von Funden und Befunden aus Hessen wirft ein Schlaglicht auf diese Zeit, die vom Zusammenbruch staatlicher Ordnung geprägt ist.
(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau) 

 

Dienstag, 19. September 2017, 19.30 Uhr, Kulturforum Hanau, Am Freiheitsplatz 18a, Eintritt frei

Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Bott / Fratta Todina: „Die Hofkünstler am Hof der Grafen von Hanau-Münzenberg“

Im Hochmittelalter gab es vor der Kinzigmündung in den Main eine Wasserburg der Herren und späteren Grafen von Hanau-Münzenberg. Sie war die Residenz des Herrschers und der Wohnsitz der Grafenfamilie. Die Verwaltung des Gebietes und die Hofbediensteten waren hier untergebracht. Die angeschlossene Siedlung erhielt 1303 Stadt- und Marktrechte. Die Hofhaltung war zu klein, um Hofkünstlern Aufträge zu bieten.  
Dies änderte sich, als Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg ab 1597 mit der Gründung der Neustadt Hanau der mittelalterlichen Residenzstadt eine von eingewanderten Niederländern und Wallonen besiedelte moderne Handels- und Gewerbestadt zur Seite stellte und damit seiner Residenzstadt einen neuen bedeutenden Rang im Rhein-Main-Gebiet gab. 
(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Dienstag, 26. September 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Walter Scharwies / Alzenau: „Hanau und Alzenau: Der Wein aus Vorspessartlagen verbindet“

Fast 250 Jahre regierten die Grafen von Hanau gemeinsam mit Kurmainz als Landesherren in dem als „Freigericht“ bezeichneten Raum Alzenau. Der Wein, vor allem aus Hörstein, aber auch aus Michelbach und Wasserlos, stieß am gräflichen Hof in Hanau auf viele Liebhaber bacchantischer Genüsse. Ein Verzeichnis aus dem 18. Jahrhundert weist einen Kellerbestand von 900 Hektolitern nach. Der Weinbau setzt am Übergang des Spessarts hin zur Ebene von Rhein und Main nach wie vor einen besonderen Akzent und führt die Menschen in den angenehmen Stunden der Freizeit zusammen.
Der Referent wird in dem Vortrag die jahrhundertelangen, zuweilen auch amüsanten Beziehungen der Stadt Hanau und ihrer Bürgerschaft mit Alzenau und seinen Weinorten darstellen.

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)
 


 

Donnerstag, 28. September 2017, 19.30 Uhr, Schloss Philippsruhe, Roter Saal, Eintritt frei

Buchvorstellung von Prof. Dr. Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz und Joachim Seng: „Monsieur Göthé – Goethes unbekannter Großvater

Der schwarze Fleck im Stammbaum. Der unbekannte Großvater: Von Göthé zu Goethe. Ahnenforschung beim Großen der deutschen Literatur: Am 6. September 1657 wurde im thüringischen Dorf Kannawurf Friedrich Georg Göthe getauft. Der Sohn eines Hufschmieds blieb nicht in Thüringen und wurde, anders als vier seiner Brüder, auch nicht Schmied. Friedrich Georg lernte das Schneiderhandwerk und suchte sein Glück als wandernder Geselle in der Seidenstadt Lyon, wo er die neueste Mode und die besten Stoffe fand.
Damit die Franzosen sein „E“ nicht verschluckten, setzte er einen Akzent darauf und nannte sich fortan Göthé. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. musste der Protestant Frankreich verlassen und kam über Paris nach Frankfurt am Main, wo er die Tochter eines Schneidermeisters heiratete und zu einem der wohlhabendsten Bürger Frankfurts wurde. Das vererbte Vermögen reichte auch für den Enkel Johann Wolfgang, der davon ein gutes Leben als Student führen konnte. Von ihm, dem Seidenschneider und Aufsteiger Göthé wollte er aber nicht abstammen. Allen Enkelstolz übertrug er auf die Textor-, die mütterliche Linie. Die maßgeblichen Biographen machten die Verdunkelung der väterlichen Seite mit.
In nachgetragener Gerechtigkeit beleuchtet das Autorentrio Boehncke, Sarkowicz und Seng einen großen Unbekannten seines Stammbaums und fördert schöne Geschichten aus dem Leben des umtriebigen Schneidermeisters Göthé ans Licht, dessen Gerissenheit seinem Enkel den Weg zum Klassiker ebnete.

(Veranstaltung in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen / Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe)



Dienstag, 10. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Congress Park Hanau, Eintritt frei

Vortrag von Prof. Dr. Heinz Rölleke / Wuppertal: „Gustav Schwab: ‚Die schönsten Sagen des klassischen Altertums‘“

Mythen und Heldensagen des Klassischen Alterthums haben für die Augen des Forschers wie des Einfältigen einen mächtigen Reiz“. Was der schwäbische Dichter und Literaturwisenschaftler Gustav Schwab (1792–1850) in der Einleitung zu seinem unsterblichen Werk schreibt, hat sich fast über 200 Jahre lang aufs Schönste bewährt. Seine meisterhaften Bearbeitungen antiker Dichtungen und Erzählungen dienen noch immer Schülern und Studenten als erste Einführung in den Kosmos der für die europäische Kultur grundlegenden mythischen Überlieferungen und erfreuen Jung und Alt durch ihre verständliche, angenehme und sogar spannende Darbietungsform. In unzähligen Auflagen und Exemplaren verbreitet, sind sie – ähnlich den Märchen der Brüder Grimm – zu einem wahren Volksbuch geworden. Zum Leben und zu weiteren Werken des Mannes, der hinter seinem Beststeller aus dem Jahr 1838 fast vergessen ist, soll an Bekanntes wieder erinnert und Neues beigetragen werden. 
(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)
 



Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Schloss Philippsruhe, Roter Saal, Eintritt frei

Vortrag von Prof. Dr. Ute Heidmann / Lausanne: „La Belle au bois dormant und Dornröschen: ein deutsch-französischer Dialog in europäischem Kontext“

Erstmals ist das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe mit der Ausstellung „Charles Perrault und die Brüder Grimm“ Bestandteil des Rahmenprogramms der Frankfurter Buchmesse. Unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ präsentiert sich der Ehrengast Frankreich auf der Buchmesse 2017.
Der Vortrag zeigt am Beispiel der „Belle au bois dormant“, der ersten der Geschichten oder Märchen aus vergangenen Zeiten („Histoires ou contes du temps passé“), die Charles Perrault der Nichte Ludwigs XIV. im Jahre 1697 widmete, wie sich eine aus lateinischen und italienischen Erzählungen genial komponierte Geschichte einer französischen Prinzessin des Ancien Régime in ein deutsches Kinder- und Hausmärchen verwandelt. Im genauen Textvergleich zeichnet sich ein spannender deutsch-französischer Dialog ab, in dem die junge Marie Hassenpflug hugenottischer Herkunft zusammen mit Jacob und Wilhelm Grimm eine neue Geschichte erfindet, die kultur- und zeitspezifisch auf die französische „Belle au bois dormant“ antwortet.
 
(Veranstaltung in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen / Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe)
 
 

 


Samstag, 14. Oktober 2017, 15.00 Uhr, Kulturforum Hanau, Am Freiheitsplatz 18a, Eintritt frei

Vortrag / Buchvorstellung von Prof. Dr. Shirli Gilbert / Southampton: „From Things Lost – Forgotten Letters and the Legacy of the Holocaust“ -

Der Vortrag muss leider krankheitsbedingt ausfallen und nach 2018 verschoben werden; der neue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben!



Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Aula der Karl-Rehbein-Schule, Schlossplatz, 2. Stock, Eintritt frei

Vortrag von Erhard Bus / Nidderau: „Die Reformation in der Grafschaft Hanau-Münzenberg“

Anders als in vielen Regionen des Reichs war die konfessionelle Frage in der Grafschaft Hanau-Münzenberg noch lange nach dem Thesenanschlag von 1517 ungeklärt. Adolf Arbogast wurde 1523 als Pfarrer nach Hanau berufen, wo er als erster Geistlicher mit reformatorischem Ansatz wirkte und damit die Kirchenverbesserung in der Grafschaft vorbereitete.
Graf Philipp Ludwig II. (1576–1612) gelangte 1596 an die Regierung und setzte eine an den Lehren von Jean Calvin (1509–1564) orientierte Kirchenverfassung durch, die sich noch entschiedener als bei Luther (1483–1546) von den Vorstellungen der alten Kirche absetzte. Und nicht zuletzt zur Stärkung der reformierten Konfession holte der junge Graf aus den Niederlanden stammende Glaubensflüchtlinge nach Hanau und gründete mit ihnen die Neustadt.
 

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Dienstag, 24. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Dr. Günter Rauch / Hanau: „Die politischen Folgen der Reformation“

Martin Luther, der glaubte, dass die Welt bald untergehen würde, hielt die politischen Zustände seiner Zeit nicht für besonders wichtig, übersah sie auch nur bruchstückhaft. Aber die politischen Folgen der von ihm ausgelösten Reformation sind immens, allenfalls mit der Französischen Revolution vergleichbar. Die Einheit des christlichen Abendlandes zerbrach. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts tobten in Europa, besonders im Westen, wilde Religionskriege.
Das deutsche Reich, als Zentrum Europas, blieb davon lange verschont (die Abrechnung kam dann im Dreißgjährigen Krieg). Aber in Deutschland geschah, als mittelbare Folge der Reformation, besonders der lutherischen, ein ungeahnter Machtzuwachs für die L
andesherren. Die Schaffung eines obrigkeitlich dominierten Untertanenverbandes und auch Untertanengeistes hat den Gang der deutschen Geschichte in den kommenden Jahrhunderten maßgeblich bestimmt.
Die Spaltung der Protestanten in Lutheraner und Reformierte ist für unsere Hanauer Geschichte wichtig geworden.
  

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)

 

Dienstag, 7. November 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Kannowski / Bayreuth: „Rechtsverhältnisse in Deutschland und Hanau zu Beginn des 19. Jahrhunderts“

Als Bernhard Eberhard (1795–1860), erster Hanauer Oberbürgermeister, am 7. Januar 1817 die Zulassung zur Advokatur erhielt, war Deutschland (das als Nationalstaat damals nicht existierte) ein bunter Flickenteppich vieler hundert Partikularrechtsordnungen.
Eine gemeinsame Grundlage bildete dabei das so genannte „gemeine Recht“, ein in Ermangelung einer Sonderregelung in ganz Deutschland oder sogar Europa geltende gemeinsame Rechtsordnung. Sie basierte auf einer schon damals fast 1300 Jahre alten, aus mehreren dicken Büchern bestehenden lateinischen Sammlung des römischen Rechts. Über all das hatte Eberhard in seinem Jurastudium in den Jahren 1811 bis 1816 in Marburg, Gießen und Wetzlar einiges gelernt. Ergänzt wurde dieses allgemeine Recht im Hanauischen noch von verschiedenen Partikularrechtsordnungen, z. B. dem Churfürstlich Mayntzischen Landrecht von 1755.

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Mittwoch, 8. November 2017, 19.30 Uhr, Schloss Philippsruhe, Roter Saal, Eintritt frei

Vortrag von Prof. Dr. Ewald Grothe / Gummersbach: „Patriotismus und Politik. Die Brüder Grimm und Frankreich“

Die Brüder Grimm erhielten ihre frühe politische Prägung in der Ära von Französischer Revolution und Napoleon. In den Jahren der französischen Besetzung ihres Heimatlandes Hessen nach 1806 und während der Kriege gegen Bonaparte entwickelte sich bei ihnen ein Nationalgefühl, das für sie zeit ihres Lebens einflussreich war. Das Verhältnis zu Frankreich blieb dabei stets ambivalent. Denn zum einen lehnten die Brüder die Franzosen als Besatzungsmacht und ihren Freiheitsbegriff ab, zum anderen glaubten sie, dass die Julirevolution 1830 eine positive Wirkung auf Deutschland gehabt habe. Die Brüder Grimm dachten und handelten als hessische und deutsche Patrioten. Deshalb grenzten sie sich einerseits von Frankreich ab. Andererseits rezipierten sie die französische Märchentradition und unterhielten zeitlebens regen Kontakt zu französischen Gelehrten.
Der Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung „Charles Perrault und die Brüder Grimm“ und in Gedenken an „180 Jahre Göttinger Sieben“ am 18.11.2017 statt; am 18.11.2017 wird um 16 Uhr im Kulturforum Hanau der Brüder Grimm-Literaturpreis vergeben.

(Veranstaltung in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen / Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe)



Dienstag, 14. November 2017, 19.30 Uhr, Aula der Karl-Rehbein-Schule, Schlossplatz, 2. Stock, Eintritt frei

Vortrag von Gesine Krotz / Hanau: „Ernste und unterhaltsame Blicke auf Fragen Luthers und die Reformation“

Die Reformbemühungen sind älter als die Reformation selbst; seit Umberto Ecos Roman über die Rose bereichert den Leser die Schilderung des noch älteren Streites als Streit zwischen Realisten und Nominalisten, Analytikern und Empirikern. Es geht um Fakten und deren Wahrnehmung, den spannenden Umgang mit der Realität und deren Voraussetzungen.
Europa widmete sich dem Nachdenken darüber mit Streit über Sakramente, Herrschaftsformen usw., mit Analysen, Editionen, Enzykliken, Witzen – und mit Krieg. Das Nachdenken bleibt uns empfohlen.
(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Dienstag, 21. November 2017, 19.30 Uhr, Deutsches Goldschmiedehaus Hanau, Eintritt frei

Vortrag von Dr. Christianne Weber-Stöber / Hanau: „75 Jahre Deutsches Goldschmiedehaus, 85 Jahre Gesellschaft für Goldschmiedekunst“

Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst wurde 1932 als gemeinnützige Vereinigung in Berlin gegründet und widmete sich von Anfang an der Förderung der Gold- und Silberschmiedekunst durch Wettbewerbe, Publikationen, Vorträge, Forschungsaufträge und zahlreiche Auszeichnungen. Seit 1985 ist die Gesellschaft im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau ansässig.
Auf Anregung der Gesellschaft wurde das ehemalige Rathaus am Altstädter Markt 1942 zur Begegnungsstätte für die Edelmetallkunst. Nach der Zerstörung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus zwischen 1955 und 1958 wiederaufgebaut und konnte von da an als Ausstellungshaus für die nationale und internationale Schmuck- und Gerät-Szene in Betrieb genommen werden.

Die wechselvolle Geschichte der beiden Institutionen wird anhand von interessantem historischen Material beleuchtet.
(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, dem DGH und der VHS Hanau)
 



Dienstag, 28. November 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Richard Schaffer-Hartmann / Hanau: „Zwischen Schlossgarten und Kinzig – ein vergangenes Hanauer Industriegebiet“

Der älteste Fabrikschlot Hanaus, ein backsteinernes Fabrikgebäude und das Café Herrenmühle markieren ein nahezu vergessenes Gewerbe- und Industriegebiet an der Nordstraße. Herrenmühle, Pulvermühle, Gewürz- und Sandelmühle aus vorindustrieller Zeit setzten sich mit der Industrialisierung als Maschinenfabrik Weinig, Teppichfabrik Leisler, Zigarrenfabrik Kehl & Güstin, Mineralwasserbetrieb Bähner und Papierfabrik Fues fort. Daneben bestand die Silberwarenfabrik von Kreuter. Die Schnapsbrennerei von Stück, die Ring- und Zahnradfabrik von Schwahn sowie die Getränkehandlung von Reichert bestanden teilweise sogar bis in die 1980er-Jahre.
Der Bildvortrag zeigt die noch heute bestehenden Relikte dieser Gewerbe- und Industriebetriebe und ihre abwechslungsreiche Geschichte.

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)
 



Dienstag, 5. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Dr. Rolf Brüning / Bruchköbel: „Dampflokomotiven und ihre Nachfolger zwischen Vogelsberg und Odenwald“

Seit den 1950er-Jahren hat Dr. Rolf Brüning Farbaufnahmen an den Eisenbahnstrecken nördlich und südlich von Hanau aufgenommen. So wird er uns – ausgehend vom Hauptbahnhof in Hanau – mit Bildern von Zügen in typisch hessischer Landschaft von der Wetterau bis in den Vogelsberg begleiten und, in der Gegenrichtung, die Strecke durch den Odenwald in den Zeiten des Traktionswechsels dokumentieren.
Bitte steigen Sie ein und genießen Sie die Reise in eine farbige Vergangenheit.

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Dienstag, 12. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Werner Kurz / Hammersbach: „Geschichte der Migration nach Hanau“

Dort, wo sich Wege kreuzen, treffen Menschen aufeinander. Hanaus geographische Lage an den Schnittpunkten historischer und moderner Verkehrswege hat durch alle geschichtlichen Epochen Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – unterwegs waren, hierher geführt. Die Stadt ist ein Ort des Kommens und Gehens – oder auch des Bleibens seit der Römerzeit. 
  Der Vortrag untersucht die Beziehungen zwischen den Stadtbürgern und den Ankömmlingen durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Solcherart „Bevölkerungsbewegung“ ging praktisch nie reibungslos vonstatten. Wie man in Hanau damit umging, davon berichtet Werner Kurz in seinem Vortrag.
(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Dienstag, 19. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule, Eintritt frei

Vortrag von Dr. Eugenie Börner / Hanau: „Hanauer Künstler: Isa Llagostera“

Die Hanauer Künstlerin Isa Lagostera zeigt in ihrem bildnerischen und in ihrem plastischen Werk einen starken Zug zum Märchenhaften und zur Mystik. Von 1963 bis 1965 studierte sie an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau. Bei Reinhold Ewald belegte sie Aktzeichnen und Malerei. In den Jahren 1968 bis 1976 lebte Isa Lagostera in Spanien, Frankreich und Griechenland.
Von 1980 bis 1987 lehrte
sie Glasmalerei an der VHS in Hanau. In den Jahren 1975 bis 1996 zeigte sie ihre Arbeiten in 18 Einzelausstellungen. Bekannt sind ihre Masken und Stelen, die sie auf der Ronneburg und im Hessischen Puppenmuseum vorstellte. 1984 erhielt die Künstlerin den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises.

(Veranstaltung in Kooperation mit der IGHA, der KRS und der VHS Hanau)



Donnerstag, 18. Januar 2018, 19.00 Uhr, Schloss Philippsruhe, Roter Saal, Eintritt frei

Vortrag von Prof. i. R. Dr. Dr. h. c. Hans-Heino Ewers / Frankfurt am Main: „Vom Feenmärchen für Erwachsene zu phantastischen Kindererzählung. Von Perrault und Wieland zu E.T.A. Hoffmann und Michael Ende“


Viele Klassiker der Kinderliteratur des 19. und 20. Jahrhundert weisen eine Herkunft auf, die bislang unentdeckt geblieben ist. Sie sind Nachkommen nicht des Grimm‘schen, sondern des europäischen Feenmärchens des 17. und 18. Jahrhunderts, das von Charles Perrault bis zu Christoph Martin Wieland reicht. Die Umwandlung des Feenmärchens in eine phantastische Kindererzählung findet in der deutschen Spätromantik Anfang des 19. Jahrhunderts statt und lässt sich an E.T.A. Hoffmanns „Das fremde Kind“ Punkt für Punkt verfolgen.
Spuren des Feenmärchens lassen sich darüber hinaus beispielsweise im „Pinocchio“ oder bei „Mary Poppins“ finden und tauchen noch, kaum zu glauben, in Michael Endes „Jim Knopf“-Erzählungen auf. Der Vortrag lädt zu einer vergnüglich literaturhistorischen Entdeckungsreise auf bislang weitgehend unbekannten Pfaden ein.
(Veranstaltung in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen / Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe)



Sonntag, 28. Januar 2018, 19.30 Uhr, Schloss Philippsruhe, Roter Saal, Eintritt frei

Vortrag von Prof. Dr. Holger Th. Gräf / Marburg: „Der Zeitgeist im 17. und 18. Jahrhundert – wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufbrüche, Entdeckungen und Ideen: Toleranz, Merkantilismus und Kulturtransfer“

Der Vortrag skizziert anhand der beiden zentralen, die Epoche nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) mit prägenden, Begriffen „Toleranz“ und „Merkantilismus“ die geistigen Strömungen, die das politische, gesellschaftliche und kulturelle Leben nach diesem verheerenden Krieg prägten und Möglichkeiten zur demographischen wie wirtschaftlichen Erholung, aber auch zu religiös-konfessioneller und kultureller Vielfalt eröffneten. Dabei wird allerdings keine eindimensionale „Erfolgsgeschichte“ erzählt, sondern es werden auch Spannungen, Konflikte und Scheitern thematisiert, freilich ohne das sich nach dem Dreißigjährigen Krieg, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, entwickelnde reiche wissenschaftliche, künstlerische und kulturelle Leben aus dem Blick zu verlieren, das sich ganz wesentlich dem Zuzug von  Religionsflüchtlingen aus den südlichen Niederlanden, Frankreich und Oberitalien verdankt.
(Veranstaltung in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen / Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe)

 

 

2. Führungen:

Sonntag, 10. September 2017, Tag des offenen Denkmals, keine Anmeldung nötig, Eintritt jeweils frei

11.00 Uhr, Führung Kloster St. Wolfgang (Dr.des. Michael Müller)

15.00 Uhr, Führung Burgruine Wilhelmsbad (Dr. Alice Noll) - Führung muss leider entfallen!

 

  

Sonntag, 24. September 2017, 15.00 Uhr, „Sonntags um Drei“, Schloss Philippsruhe
Führung durch die Ausstellung „Meister, Macher und Mäzene – 50 Jahre Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe“
mit Kurator Dr. des. Michael Müller

Anmeldung: E-Mail: museen@hanau.de, Telefon: 06181-295 1799
Max. 20 Personen, Preis 2,00 € zzgl. Eintritt –
für Mitglieder des HGV ohne Eintritt!

Donnerstag, 28. September 2017, 18.00 Uhr, Schloss Philippsruhe
Wissensdurst: „Best-of“ – Die Schätze von Philippsruhe

Führung mit Susanna Rizzo M.A.
Anmeldung: E-Mail: museen@hanau.de, Telefon: 06181-295 1799
Max. 20 Personen, Preis 3,00 € zzgl. Eintritt (inkl. Getränk)
für Mitglieder des HGV ohne Eintritt!

Donnerstag, 16. November 2017, 18.00 Uhr, Schloss Philippsruhe
Wissensdurst: Schlossgeschichte(n) – Philippsruhe im Wandel der Jahrhunderte

Führung mit Dr. des. Michael Müller
Anmeldung: E-Mail: museen@hanau.de, Telefon: 06181-295 1799
Max. 20 Personen, Preis 3,00 € zzgl. Eintritt (inkl. Getränk) –
für Mitglieder des HGV ohne Eintritt!

  

Sonntag, 19. November 2017, 15.00 Uhr, Schloss Philippsruhe, Ratspokalsaal / ehemalige Bibliothek
„Kirche trifft Kunst“:
„Luther mit den Augen von Georg Cornicelius“
mit Claudia Brinkmann-Weiß und Dr. Katharina Bechler
Anmeldung: E-Mail: museen@hanau.de, Telefon: 06181-295 1799
Max. 20 Personen, Preis 2,00 € zzgl. Eintrittfür Mitglieder des HGV ohne Eintritt!

Sonntag, 03. Dezember 2017, 15.00 Uhr, „Sonntags um Drei“, Schloss Philippsruhe
„Wir feiern Fünfzigjähriges“
Führung in deutscher und italienischer Sprache durch Schloss Philippsruhe mit Susanna Rizzo M.A.
Anmeldung über Volkshochschule Hanau, Kursnummer: 10188, Telefon: 06181-923800
Preis: 9,00 €/ zzgl. Eintritt –
für Mitglieder des HGV ohne Eintritt!
 
(Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Hanau)
 
 

   

Sonntag, 28. Januar 2018, 15.00 Uhr, „Sonntags um Drei“, Schloss Philippsruhe
Finissage-Führung durch die Ausstellung „Meister, Macher und Mäzene – 50 Jahre Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe“
mit Museumsdirektorin Dr. Katharina Bechler
Anmeldung: E-Mail: museen@hanau.de, Telefon: 06181-295 1799
Max. 20 Personen, Preis 2,00 € zzgl. Eintritt –
für Mitglieder des HGV ohne Eintritt!



3. Ausstellungen:

Meister, Macher und Mäzene

50 Jahre Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe“

Ein Kooperationsprojekt mit dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V.

      

Sonderausstellung vom 01. September 2017 – 28. Januar 2018, Dachgeschoss, Schloss Philippsruhe

Eröffnung: 31. August 2017, 19.00 Uhr, Friedenskirche, anschließend Empfang in der Bel-Etage

Im Juni 1967 feierte das Historische Museum Hanau in Schloss Philippsruhe seine Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Jubiläum 2017 bietet die Gelegenheit eine Zeitreise in Hanauer Sammlungs- und Museumsgeschichte zu unternehmen, zum Entdecken herausragender Persönlichkeiten rund um das Museum sowie zur Reflexion über seine Zukunft.
1844 gründete sich der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. als forschende und sammelnde Institution. Das ehrenamtlich geführte Museum hatte seinen Sitz im
19. Jahrhundert im Kanzleibau am Schlossplatz, zog später in das Altstädter Rathaus um. Von 1939 bis 1943 befanden sich die Museumsräume im ehemaligen Hanauer Stadtschloss. 1943 begann Dr. Hugo Birkner – Mitglied im Arbeitsausschuss und 1945/46 Vorsitzender des Geschichtsvereins – mit der Auslagerung der Sammlungen. Seiner vorausschauenden Fürsorge verdanken wir die Rettung von etwa 80 Prozent der Schätze Hanauer Geschichte und Kunst vor der Zerstörung am 19. März 1945. 1967 begann eine neue Etappe der Museumsgeschichte. Die Stadt Hanau machte die Bewahrung ihrer Geschichte und Kunst zur kommunalen Aufgabe. Schloss Philippsruhe, das bedeutendste und gleichzeitig intakt gebliebene historische Baudenkmal der Stadt, wurde zum Ort des Sammelns, Ausstellens, Lernens und Forschens. Diese einzigartige Symbiose feiern wir mit Ihnen!

(Veranstaltung in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen / Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe)

 

4. Weitere Veranstaltungen:

17. September 2017, ab 14.00 Uhr: 8. Kesselstädter Wingertfest

(Interne Veranstaltung der AG Kesselstädter Wingert) 

 

 

15. Oktober 2017, 18.00 Uhr, Kinopolis Hanau

Hessische Filmpremiere von „Moritz Daniel Oppenheim        

  Der weltweit erste Dokumentarfilm über den bedeutenden Hanauer Maler Moritz Daniel Oppenheim (Buch, Regie, Schnitt und Produktion: Isabel Gathof, FEINSHMEKER FILM) wird an diesem Abend erstmals dem Hessischen Publikum präsentiert! Wie schon bei der Deutschlandpremiere des Films auf dem Jüdischen Filmfestival Berlin wird der von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem „Prädikat: wertvoll“ ausgezeichnete 101-minütige „Director’s Cut“ der Doku gezeigt.

Filmemacherin und Mitglieder des Filmteams werden anwesend sein.
Der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. unterstützte die Realisation des Films finanziell und ideell.
 

 

 

 


Weitere Infos jeweils auf www.hgv1844.de